Gemeinsamer Unterricht (GU)

Im Gemeinsamen Unterricht werden behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinschaftlich unterrichtet. Für diese Unterrichtsform kommen die Kinder in Frage, bei denen durch ein Gutachten ein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt wurde und die eine zusätzliche Betreuung durch einen Sonderpädagogen benötigen. Sie können sowohl Sprach- oder Lernbehinderungen als auch erhebliche Teilleistungsstörungen in einem oder mehreren Bereichen wie z.B. Wahrnehmung oder Motorik aufweisen. Je nach Organisationsform werden die Kinder innerhalb der Klasse oder im Einzelunterricht durch den Einsatz von zusätzlichen Grund- bzw. Sonderschullehrern gefördert. Diese Doppelbesetzung kommt natürlich auch den nichtbetroffenen Schülern zugute.

Der gemeinsame Unterricht wurde aufgrund eines Beschlusses der Kultusministerkonferenz (1972, Empfehlungen zur Ordnung des Sonderschulwesens) und einer Empfehlung des Deutschen Bildungsrates (1973, Deutscher Bildungsrat - Empfehlungenen der Bildungskommission: Zur pädaghogischen Förderung behinderter und von Behinderung bedrohter Kinder und Jugendlicher) ermöglicht und in Schulversuchen getestet. In NRW wurde der Schulversuch in zwei Phasen durchgeführt (erste Phase 1981-1989, zweite Phase von 1989- 1993).Hierbei wurden sonderschulbedürftig behinderte Kinder aller Behinderungsarten gemeinsam mit nichtbehinderten Kindern zielgleich und zieldifferend gefördert. Die Resonanz aller Beteiligten (Schüler sowohl behindert als auch nicht behindert, Eltern sowohl behinderter als auch nichtbehinderter Kinder, Lehrer, Sonderpädagogen usw.) war durchweg positiv (Kultusministerium des Landes Nordrhein-Westfalen - Gemeinsamer Unterricht Für behinderte und nichtbehinderte Kinder in der Grundschule -Abschlußbericht zu den Schulversuchen-).

Welche Konzeption liegt der sonderpädagogischen Fördergruppe zugrunde, wie unterscheidet sie sich vom gemeinsamen Unterricht?

Gemeinsamer Unterricht Sonderpädagogische Fördergruppe
Die Schülerinnen und Schüler sind Mitglieder der Jahrgangsklassen der allgemeinen Schule. Die Schülerinnen und Schüler sind Mitglieder der Fördergruppe und nicht der entsprechenden Jahrgangsklassen.
Sie werden im wesentlichen mit den Möglichkeiten innerer Differenzierung von den Lehrkräften der allgemeinen Schule gefördert. Dies gilt insbesondere, wenn der Schule nur wenige Stunden sonderpädagogischer Förderung zustehen. Die Sondrepädagogen sind für die Erziehungs- und Bildungsarbeit in der Fördergruppe verantwortlich.
Die Erziehungs- und Bildungsarbeit wird von Sonderpädagogen unterstützt. Die Arbeit der Sonderpädagogen wird vom Kollegium der allgemeinen Schule unterstützt.
Äußere Differenzierung findet haptsächlich statt, wenn deren Notwendigkeit im Förderplan nachgewiesen ist und mit den Mitte´ln innere Differenzierung dem Förderbedarf nicht entsprochen werden kann. Äußere Differenzierung findet in Ergänzung der kontinuierlichen Arbeit in der Fördergruppe statt. In Absprache mit der alllgemeinen Schule wird festgelegt, inwieweit und zu welchen Anlässen Schüler der sonderpädagogischen Fördergruppe am Unterricht der allgemeinen Schule teilnehmen.

Kurz und sehr vereinfacht:

Gemeinsamer Unterricht = gemeinsames Lernen und sonderpädagogische Förderung
Sonderpädagogische Fördergruppe = sonderpädagogische Förderung und gemeinsames Lernen